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Ergänzungsfuttermittel für Pferde
 

Tipps zur Pferdefütterung

  1. Für eine gute Rohfaser-Grundversorgung bei der Pferdefütterung benötigt ein Pferd mindestens zwischen 1,0 kg und 1,5 kg Heu oder Heuersatz pro 100 kg Körpergewicht.
  2. Achten Sie darauf, dass keine zu langen Fresspausen zwischen den Raufuttermahlzeiten entstehen. Nach Möglichkeit sollten diese Pausen nie mehr als 6 Stunden überschreiten. Auch über Nacht sollte Ihrem Pferd Heu oder Heuersatz zur Verfügung stehen. Als Heuersatz empfehlen wir Pre Alpin.
  3. Auch während der Koppelzeit sollte unbedingt Heu oder Heuersatz zugefüttert werden. Weiden Sie Ihr Pferd langsam an und stellen Sie auch auf der Koppel Raufutter zur Verfügung.
  4. Silage, Heulage oder große Mengen an Stroh führen nicht selten zu Verdauungsproblemen und sind daher zu meiden.
  5. Ist das Heu sehr spät geschnitten? Manche Pferde vertragen sehr verholztes und überständiges Heu schlecht. Beobachten Sie, ob das Kotwasser sich mit unterschiedlichen Heuqualitäten verbessert oder verschlechtert.
  6. Füttern Sie keine zu großen Portionen Kraftfutter auf einmal und verteilen Sie die Tagesration auf mindestens 2-3 Mahlzeiten täglich.
  7. Gehen Sie bei Futterumstellungen langsam vor und mischen Sie das neue Futter über ein bis zwei Wochen unter das gewohnte Futter, um die Verdauung langsam umzustellen.
  8. Achten Sie beim Kraftfutter oder Getreide auf eine hohe Verdaulichkeit. Mais oder Gerste sollte nur thermisch aufgeschlossen verfüttert werden.
  9. Verzichten Sie auf zu große Mengen Saftfutter (Karotten, Äpfel oder frisches Gras) bei der Pferdefütterung.
  10. Achten Sie bei allen Futtermitteln auf erstklassige hygienische Qualität. Schon kleinste Schimmel- oder Verderbnisspuren können die Verdauung beeinträchtigen.
  11. Ist Ihr Pferd wetterfühlig? Verbessert oder verschlechtert sich das Kotwasser beim Wetterwechsel? Falls ja, könnte die Zufütterung eines Supplements zur Kreislaufunterstützung hilfreich sein.
  12. Verdauungsprobleme können auch psychische Ursachen haben. Beobachten Sie Ihr Pferd in seiner Umgebung. Hat es zum Beispiel Stress mit dem Nachbarn, in der Herde, bei der Arbeit oder durch Unruhe im Stall? Versuchen Sie diese Ursachen so weit wie möglich abzustellen.
Pferdeverdauung

© Bildquelle: HippoSport

Pferdefütterung im Detail - weitere Tipps!

Hafer ist seit je her das gängigste Kraftfutter in der Pferdehaltung. Besonders folgende Eigenschaften zeigen die Vorteile der Pferdefütterung mit Hafer:

  • hohe Verdaulichkeit auch in unbehandeltem Zustand
  • der Spelzanteil der das Pferd zum Kauen anregt
  • das günstige Aminosäuremuster
  • der Gehalt an natürlichen Schleimstoffen sowie ungesättigten Fettsäuren

Obwohl Mais und Gerste sogar mehr Energie in Form von Stärke enthalten, sind diese Getreidesorten nur in mechanisch, oder besser noch thermisch aufgeschlossener Form, ein gut verdauliches Pferdefutter. Unbehandelt können Gerste und Mais in zu hohem Maße unverdaut in den Dickdarm des Pferdes gelangen und dort Übersäuerungen auslösen, welche nicht selten zu Hufrehe führen. Weizen enthält Klebereiweiße (Gluten), welche in zu hohen Mengen zu Magen- und Darmverkleisterungen beim Pferd führen können. Kleine Mengen Weizenkleie mit Wasser gemischt wirken jedoch leicht abführend und verdauungsfördernd für das Pferd. Roggen kommt in der Vieh- und Pferdefütterung aufgrund seiner Anfälligkeit für mikrobiellen Befall eher Selten zum Einsatz.

Ein weiterer Tipp für die Pferdefütterung: Eine häufige Ursache für Verdauungsbeschwerden, wie Magenüberladung oder Übersäuerungen des Dickdarms des Pferdes, ist ein zu hohes Angebot an Kraftfutter pro Mahlzeit. Als Faustregel sollten nie mehr als 0,5 kg je 100 kg Körpergewicht des Pferdes pro Mahlzeit verfüttert werden.

Auch wenn sich Futtermittel in einem qualitativ völlig einwandfreien Zustand befinden, können diese durch eine ungenügende oder falsche Zubereitung trotzdem problematisch oder sogar tödlich für das Pferd sein.

Neben der Menge des Kraftfutters spielt ebenso die Auswahl der Getreidesorten und noch wichtiger, deren Aufschluss, eine entscheidende Rolle für eine optimale Verdaulichkeit bei der Pferdefütterung. Ein Irrglaube bei der Pferdefütterung, dass Hafer vor der Fütterung gequetscht werden müsse, ist mittlerweile widerlegt. Das ganze Haferkorn ist genauso gut verdaulich und fördert die Kautätigkeit des Pferdes. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist die deutlich bessere Haltbarkeit und Resistenz gegen Vorratschädlinge im Vergleich zum gequetschten Hafer. Andere gängige Getreidesorten, wie Mais oder Gerste, sind nur in behandeltem Zustand (gepufft, gewalzt, getoastet) eine leicht verdauliche Mahlzeit für das Pferd.

Bei Stroh und Gras besteht bei zu kurzen Faserlängen die Gefahr von Anschoppungen im Verdauungstrakt des Pferdes. Daher sollten die Fasern eine Länge von mindestens 3 cm aufweisen, um bösartige Überraschungen wegen falscher Pferdefütterung zu vermeiden. Ein weiterer, äußerst gefährlicher Fehler in der Futterzubereitung besteht beim Angebot von Trockenrüben- bzw. Melasseschnitzel. Diese müssen i.d.R über mehrere Stunden in ausreichend Flüssigkeit eingeweicht werden. Ist das nicht der Fall, beginnen die Schnitzel erst im Pferdeleib zu quellen, was zu Schlundverstopfung und schweren Koliken beim Pferd führen kann.

Sehr häufig sind verunreinigte Futtermittel ein weiterer Auslöser für Verdauungsbeschwerden beim Pferd. Verunreinigte Futtermittel können mit den verschiedensten Stoffen bzw. Organismen kontaminiert sein, wie z. B.:

  • Erdmasse
  • Industrieemissionen
  • Dünge- oder Schädlingsbekämpfungsmittel
  • Parasiten
  • Mikroorganismen

Eine Möglichkeit wäre eine Verunreinigung des Grundfutters mit Erdmasse. Eine übermäßige Anreicherung von Sand, Lehm oder Tonpartikel in Grünfutter oder Heu können Kolikerscheinungen hervorrufen. Auch Industrieemissionen wie Aluminium, Arsen, Blei, Kadmium, Fluor oder Quecksilber tragen im Übermaß ebenso wenig zur Gesunderhaltung des Pferdes bei. Kontaminationen mit Düngemitteln sind eher selten aber nicht außer Acht zu lassen. Ebenso können (sollten aber nicht) Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmittel, wie Insektizide, Desinfektionsmittel oder Rodentizide (gegen Nagetiere) im Grundfutter enthalten sein.

Grundsätzlich betroffen von einem Parasitenbefall sind in erster Linie Grünfutter und Grünfutterkonserven. Kotausscheidung der Pferde, organische Düngemittel aber auch Abwässer können die Ursache darstellen. Vorsorgemaßnahmen wie regelmäßiges Kotsammeln, eine Wechselbeweidung mit Wiederkäuern oder die Behandlung mit Antiparasitaria, sollten im Weidemanagement mitberücksichtigt werden.

Bei der Pferdefütterung können Mikroorganismen im Futter je nach Art leichte bis tödliche Symptome beim Pferd auslösen. Als äußerst gefährlich gilt das Clostridium Botulinum. Dieses Bakterium sondert ein Gift ab, welches beim Pferd die gefürchtete Krankheit Botulismus auslöst und in den meisten Fällen zum Tod führt. Übertragen wird dieses Gift hauptsächlich über Tierkadaver, welche im Grünfutter mitverarbeitet werden. Eine heimtückische Krankheit, da solch ein Befall sich nicht immer leicht auf den ersten Blick erkennen lässt. Weitere krankmachende Mikroorganismen sind z.B. Leptospiren, welche über den Harn von Nagern übertragen werden, sowie Listerien und Salmonellen, welche über Erdkontaminationen des Futters bzw. Exkremente von Ausscheidern auf das Pferd übertragen werden können.

Um Ein Befall von Milben im Futter ist immer ein Indikator für Verderb. Wenn der nichtsahnende Pferdebesitzer das faulende Futter verabreicht, zeigt sich dessen Qualität an einer Akzeptanzminderung oder spätestens beim Auftreten der ersten Beschwerden beim Pferd. Schimmelpilzsporen im Futter führen nicht nur zu Verdauungs- und Atemwegsproblemen, sondern können auch Nieren-, Leber- und Fruchtbarkeitsstörungen hervorrufen. Hefen können Tympanien (=Aufgasungen) besonders im Magen des Pferdes auslösen. Verschiedene Formen von Bakterien und deren freigesetzte Gifte beeinträchtigen nicht nur die Verdauung, sondern können auch Leberschäden, Durchfall und sogar Lähmungserscheinungen provozieren.

Der Großteil der Pferdeliebhaber weiß eine gute Heuqualität bei der Pferdefütterung zu schätzen. Zu Recht! Qualitativ hochwertiges Heu stellt die absolute Basis für eine langfristige Gesunderhaltung unserer Pferde dar. Doch wie lässt sich gutes von schlechtem Heu unterscheiden? „Gut“ und „schlecht“ sind in diesem Fall relativ. Vielmehr geht es um eine Versorgung mit Raufutter, die zur Verdauung des Pferdes passt!

Nehmen Sie als Beispiel eine Silage mit frühem Schnittzeitpunkt. Für Pferde wäre der niedrige Rohfaser- und hohe Eiweißgehalt als ein eher unpassendes Grundfutter anzusehen. Für die Rinderhaltung hingegen ist Silage unentbehrlich.

Fakt ist, bei einer Versorgung von Heu in angemessener Qualität, kann einer Reihe von möglichen Verdauungsbeschwerden von vornherein entgegengewirkt werden.

Pferdefütterung - Pferde fressen Heu

© Bildquelle: Fotolia

Nachfolgend lesen Sie Tipps, wie Sie mit einfachem Einsatz unserer Sinne, eine Heuprobe grob und schnell beurteilen können:

Eigenschaften Hinweise für
 
Farbe und Aussehen
frisch, grün Günstige Erntebedingungen, geringe Nährstoffverluste
blaß, bleich Spät geerntet, bei Ernte verregnet oder lange gelagert, geringer Karotingehalt
braun bis schwarz Während der Lagerung überhitzt, Nährstoffverluste, geringe Eiweißverdaulichkeit
schmutzig-grau bis nesterweise grau-weiß Erhöhter Schimmelpilzbefall
 
Geruch
frisch, angenehm gute Ernte- und Lagerungsbedingungen
aromatisch evtl. hoher Anteil an Kräutern und Kleeartigen
brandig bei der Lagerung überhitzt, Abnahme Nährstoffgehalt und Verdaulichkeit
muffig, dumpf, faulig Schimmelpilzbefall (Nährstoffverluste, Gefahr von Gesundheitsschädigungen), nicht verfüttern
 
Griff
weich, zart blattreiches, stängelarmes Material, hoher Eiweiß-, geringer Rohfasergehalt, evtl. calciumarm
rau blattärmer, stängelreicher, abnehmender Eiweiß-, steigender Rohfaseranteil
sperrig viele Stängel, wenige Blätter, geringere Verdaulichkeit
klamm Feuchtigkeit noch über 20 %, Nachtrocknung noch nicht abgeschlossen, Risiko für Verderb, nicht verfüttern
 
Verunreinigungen
Erde, Stoh, Stallmistreste, Steine, Staub (Schimmelpilze) je nach Art und Umfang qualitätsmindernd und gesundheitsgefährdend
 
Botanische Zusammensetzung
überwiegend Gräser bei jungem, intensiv gedüngtem Futter calcium-, magnesium- und natriumarm, phosphor- und eiweißreich
hoher Anteil an Kleeartigen und Kräutern hoher Gehalt an Calcium, Magnesium und Eiweiß
 
Giftplanzen
beachten Adlerfarn, Adonisröschen, Herbstzeitlose, Johanniskraut, Kreuzkraut, Sumpfschachtelhalm

Mal ehrlich: Wer findet sich in dem Angebotsjungle von Pferdefutter, der heutzutage den Pferdemarkt regiert, noch zurecht? Unterschiedlichste Futterkomponenten für unterschiedlichste Ansprüche des Pferdes sind erhältlich und für die Pferdefütterung empfohlen. Aber wann, sind welche Komponenten im Pferdefutter für die jeweiligen Bedürfnisse am besten geeignet?

Hier ein kleiner Futtermittelkatalog, der die gängigsten Futterkomponenten kurz aber prägnant gegenüberstellt:

Schäden beim Pferd, welche durch die Aufnahme giftiger Pflanzenbestandteile ausgelöst werden können, sind heutzutage Dank zunehmender Prävention und fehlender Schmackhaftigkeit seitens der Pferde eher selten, sollten aber dennoch beim Thema Pferdefütterung nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es kommt nicht selten vor, dass man die Übeltäter für so manche Krankheitsbilder letztendlich auf der Koppel oder im Heu findet.

Wenn Pferde Giftpflanzen fressen, kann das zum einen an einem mangelndem Raufutterangebot liegen. Zum anderen haben Pferde nach der Trocknung, Silierung oder dem Häckseln von Weidegras, keine Möglichkeit mehr die Giftpflanzen zu erkennen und auszuselektieren. Ebenso können Giftpflanzen aus fremden Ländern eine Gefahr darstellen, da einheimische Rassen aufgrund der fehlenden speziesassoziierten Erfahrung, diese schlichtweg nicht kennen. Auch Jungtiere können aus Unerfahrenheit Giftpflanzen mit der Nahrung aufnehmen.

Tipp: In der nachfolgenden Tabelle sind die gefährlichsten Giftpflanzen für Pferde aufgelistet: